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Woran erkennt man gutes Laminat

Besonders früher waren Laminate eine beliebte Wahl von Vermietern und Heimwerkern, weil sie als günstig in der Anschaffung und schnell zu installieren galten. Oft wurden eher günstige, klappernde Laminate verwendet, doch kann Laminat durchaus auch hochwertig und schick aussehen. Um hier zum richtigen Produkt zu greifen, ist ein Blick in die technischen Daten unerlässlich. In diesem Artikel haben wir Ihnen die technischen Daten erklärt, damit Sie bei einem Kauf die richtige Entscheidung treffen.

Die relevantesten Daten zur Erkennung eines guten Laminatbodens:

  • Gesamtdicke
    Die Gesamtdicke eines Bodens lässt nicht bei jeder Bodenbelagsart auf die Robustheit schließen. Bei einem Laminat ist diese Regel aber durchaus anwendbar. Laminatböden beginnen bei 6 mm Stärke und können bis zu 14 mm dick werden. Während 6 mm Laminate besonders günstig sind, sind sie auch am wenigsten belastbar und gehen oft mit einer verhältnismäßig wenig realistischen Optik einher. Sie fühlen sich auch kühler an und sind lauter. Laminat mit einer Dicke von 8 mm stellt hier die Mittelklasse dar. Sie sind wärmer, leiser und oft wesentlich beanspruchbarer als 6 mm Laminat. Hier finden sich auch gute Holzimitate wieder. Als Laminat der Spitzenklasse gelten Böden ab 10 mm Dicke. Sie sind sehr robust, haben oft einen sehr realistischen Aufdruck und eine Synchronprägung und sind die wärmsten und leisesten ihrer Art.
 
  • Nutzungsklasse
    Betrachtet man die Nutzungsklasse in Kombination mit der Gesamtdicke, lässt sich schnell ein klares Bild des Laminats und seiner Hochwertigkeit erahnen. Vor allem, wenn nicht nur unter Laminaten, sondern unterschiedliche Bodenbelagsarten wie Vinyl oder Teppich verglichen werden, gibt sie Aufschluss über die Belastbarkeit, da diese Kennzahl nicht nur für Laminat bestimmt ist, sondern bei vielen Böden eine verpflichtende Angabe ist. Sie beginnt bei 21 und hört bei 43 auf und steht dafür, in welchen Bereichen ein Boden verlegt werden kann. Also, ob der Boden eher für ein selten genutztes Schlafzimmer geeignet, robust genug für viel belaufene Ladengeschäfte ist oder sogar in Produktionshallen genutzt werden kann. Eine detaillierte Erklärung finden Sie hier auf der Website des Herstellers Tarkett oder unter diesem Absatz. Doch in Kurzform: Je höher die angegebene Zahl, desto besser. Im privaten Bereich empfehlen wir bei regelmäßig genutzten Räumen eine Nutzungsklasse von mindestens 23.

    Es gibt die folgenden Klassen:

    Nutzungsklasse 21: Leicht genutzter Privatbereich wie etwa Schlafzimmer
    Nutzungsklasse 22: Normal genutzter Privatbereich wie etwa ein Hobbyraum
    Nutzungsklasse 23: Intensiv genutzter Privatbereich wie etwa ein Flur

    Nutzungsklasse 31: Leicht genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Aufenthaltsräume
    Nutzungsklasse 32: Normal genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Büros
    Nutzungsklasse 33: Stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Hotels
    Nutzungsklasse 34: Sehr stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Flughäfen

    Nutzungsklasse 41: Leicht genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Feinmechanik-Werkstätten
    Nutzungsklasse 42: Normal genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Lagerräume
    Nutzungsklasse 43: Stark genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Produktionshallen

  • Abriebklasse
    Diese Kennzahl kann herangezogen werden, wenn eine Nutzungsklasse nicht gegeben ist oder man Laminate untereinander vergleicht, da sie ausschließlich für Laminat gilt. Wie auch bei der Gesamtdicke und der Nutzungsklasse gilt: Je höher, desto besser.  Sie beginnt bei AC1 und hört bei AC5 auf. In häufig genutzten privaten Räumen ist eine Abriebklasse von mindestens AC3 eine gute Wahl.   
 
Weitere Informationen zur Erkennung eines guten Laminats:
 
  • Brandverhalten
    Hier gibt der Hersteller an, wie sich der Boden im Falle eines Brandes verhält. Die am häufigsten anzutreffenden Klassen wären Bfl-s1 oder Cfl-s1. Sie sagen aus, dass der Boden schwerentflammbar ist und nur eine geringe Rauchentwicklung aufweist.
 
  • Lichtechtheit
    Hiermit wird ausgesagt, wie schnell das Laminat farblich verblasst. Oft werden Werte wie „6“ oder „6 Sehr gut“ angegeben. Bezogen wird sich hier auf die sogenannte Wollskala. Sie reicht von 1 bis 8, wobei ein höherer Wert besser ist bzw. langsamer verblasst. Selten findet sich auch der Graumaßstab wieder, der ebenfalls die Alterung der Farbe beschreibt. Auf einer Skala von 1 bis 5 gibt er Aufschluss darüber, wie stark die Farbe bei alltäglichen Belastungen verblasst. Auch hier gilt: Je höher der Wert, desto besser.
 
  • Formaldehydgehalt
    Bei diesem Wert geht es um die Wohngesundheit. Formaldehyd wird bei vielen Holzwerkstoffen in der Produktion eingesetzt, darunter auch beim Laminat. Es gilt als gesundheitsgefährdender Stoff, welcher als Gas austritt und so in die Raumluft gelangt. Achten Sie darauf, dass das Laminat eine Emissionsklasse von E1 hat und der Hersteller diese auch angibt. Nur die Klasse von E1 ist in Deutschland zugelassen und zeichnet einen weitestgehend unbedenklichen Holzwerkstoff aus. Da Holz aber auch von Natur aus Formaldehyd freisetzt, ist eine komplette Freiheit von Formaldehyd bei Laminat nicht möglich.
 
  • Wärmedurchlasswiderstand
    Diese Kennzahl wird in m²K/W angegeben und ist wichtig für Besitzer einer Fußbodenheizung. Sie setzt sich zusammen aus der Dicke des Bodens und dessen Wärmeleitfähigkeit und gibt an, wie schnell sich der Boden bei einer Fußbodenheizung aufheizt. Es gilt: Je niedriger dieser Wert, desto besser. Ein Wert von 0,15 m²K/W darf für Fußbodenheizungen zudem nicht überschritten werden.
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