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Wie erkennt man guten Teppichboden

Teppichboden hat eine enorme Anzahl unterschiedlicher Unterarten. Unterschieden wird nach dem eingesetzten Material und der Produktionstechnik. Dementsprechend sollte man sich zunächst über die einzelnen Teppichbodenarten und über die technischen Daten eines Teppichbodens informieren, um einen Boden zu wählen, der den eigenen Anforderungen entspricht. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie einen guten Teppichboden erkennen.

Die relevantesten Daten zur Erkennung eines guten Teppichbodens:


  • Nutzungsklasse
    Möchte man die Belastbarkeit des Teppichbodens bzw. die Eignung des Teppichs für einen bestimmten Raum in Erfahrung bringen, ist die Nutzungsklasse die einfachste Möglichkeit. Allgemein gilt: Je höher desto besser. Hilfreich ist hier auch, dass mehrere Bodenbelagsarten diese Unterteilung haben. Sie ist also auch hilfreich, wenn man den Teppichboden mit einem Vinyl- oder Laminatboden vergleichen will.

    Es gibt die folgenden Klassen:

    Nutzungsklasse 21: Leicht genutzter Privatbereich wie etwa Schlafzimmer
    Nutzungsklasse 22: Normal genutzter Privatbereich wie etwa ein Hobbyraum
    Nutzungsklasse 23: Intensiv genutzter Privatbereich wie etwa ein Flur

    Nutzungsklasse 31: Leicht genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Aufenthaltsräume
    Nutzungsklasse 32: Normal genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Büros
    Nutzungsklasse 33: Stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Hotels
    Nutzungsklasse 34: Sehr stark genutzter gewerblicher Bereich wie etwa Flughäfen

    Nutzungsklasse 41: Leicht genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Feinmechanik-Werkstätten
    Nutzungsklasse 42: Normal genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Lagerräume
    Nutzungsklasse 43: Stark genutzter leichtindustrieller Bereich wie etwa Produktionshallen
 
  • Polgewicht
    Das Polgewicht zeigt ebenfalls die Strapazierfähigkeit. Je höher das Polgewicht, desto belastbarer der Boden. Es handelt sich hier um das Gewicht des verarbeiteten Polfadens pro m² des Teppichbodens. Die Kennzahl eignet sich gut, um Teppichböden untereinander zu vergleichen, sollte aber nicht als einziges Merkmal herangezogen werden.

  • Poldichte/Noppenzahl
    Bei der Poldichte geht es darum, wie dicht die Fasern pro m² stehen. Je höher die Poldichte, desto dichter liegen die Fasern beieinander, was sich direkt auf Robustheit und Aussehen des Teppichbodens auswirkt.

  • (Pol) Material
    Hier geht es um das Material, aus dem das Flor besteht. Die Fasern können entweder synthetischen oder natürlichen Ursprungs sein und haben jeweils andere Eigenschaften.

  • Gütesiegel/Zertifikate
    Qualitativ gute Teppichböden werben mit Gütesiegeln und Zertifikaten, wie etwa mit dem "GuT-Siegel", das umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Produkte kennzeichnet.

  • Stuhlrolleneignung
    Stellt dar, ob der Boden für die Belastung durch Stuhlrollen geeignet ist. Eine Eignung für Stuhlrollen ist wichtig für Büroräume und gilt allgemein als Qualitätsmerkmal.

Weitere Informationen zur Erkennung eines guten Teppichbodens:

 
  • Teppichrücken
    Das ist die Unterseite des Teppichbodens. Er ist maßgeblich für den Komfort, die Stabilität und dafür, ob der Teppich lose verlegt werden kann.

  • Gesamtgewicht
    Auch das Gesamtgewicht kann Aufschluss über die Robustheit geben. Je schwerer der Teppichboden, desto dichter und qualitativ hochwertiger ist der Teppichboden in der Regel. Diese Angabe sollte aber immer in Kombination mit dem eingesetzten Material und der Poldichte betrachtet werden. Darüber hinaus hilft das Gesamtgewicht dabei, herauszufinden, wie schwer sich der Transport des Teppichs gestalten wird.
 
  • Gesamtdicke
    Die Gesamtdicke beschreibt, wie hoch der Teppichboden insgesamt ist. Bei Teppichboden ist das kein Indikator für die Belastbarkeit, eine höhere Dicke geht aber oft mit einer besseren Schall- und Wärmedämmung einher. Außerdem kann der Wert bei der Raumplanung relevant sein.
 
  • Trittschallschutz
    Gibt den Schall an, der an darunterliegende Räume übertragen wird. Werte wie ΔLw≥ 10 dB zeigen, dass sich die Schallübertragung um 10 dB senkt.

  • Wärmedurchlasswiderstand
    Hier geht es um die Fußbodenheizung. Der Wert wird in m²K/W angegeben und setzt sich zusammen aus der Dicke des Bodens und dessen Wärmeleitfähigkeit. Er beschreibt, wie schnell sich ein Boden bei einer Fußbodenheizung erwärmt. Hier heißt es: Je niedriger der Wert, desto besser. Zu beachten ist, dass ein Wert von 0,15 m²K/W bei einer Fußbodenheizung nicht überschritten werden darf.

  • Brandverhalten
    Bei diesem Wert wird angegeben, wie sich der Boden im Falle eines Brandes verhält. Üblicherweise sind die Angaben Bfl-s1 oder Cfl-s1 anzutreffen. Diese beschreiben, dass der Bodenbelag schwer entflammbar ist und nur eine geringe Rauchentwicklung aufweist.
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